| Chemotherapie |
| Montag, den 03. November 2008 um 17:01 Uhr |
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Chemotherapie Unter Chemotherapie versteht man Behandlungen mit Medikamenten (sogenannten Zytostatika), die direkt die Melanomzellen zerstören sollen. Angewandt werden sie bei Metastasen (z.B. in der Haut, Lymphknoten, inneren Organe oder im Gehirn). Leider ist das Melanom durch ein schlechtes Ansprechen auf eine Chemotherapie gekennzeichnet. Zum heutigen Zeitpunkt muss davon ausgegangen werden, dass die Chemotherapie beim Melanom rein palliativ ist. D.h. eine Heilung ist wahrscheinlich nicht möglich, jedoch können Symptome und das Wachstum der Metastasen gebremst werden. Neuere Chemotherapien in Kombination mit Immuntherapien (sogenannte Immunochemotherapien) haben die Ansprechraten etwas erhöht. Leider gibt es aber auch damit keinen eindeutigen Nachweis für eine Verlängerung der Überlebenszeit der Patienten. Es gibt mehrere Zytostatika mit einer Aktivität gegen Melanomzellen. So z.B. Dacarbacin, Temozolomid, Vindesin, Fortemustin, Cisplatin, Melphalan und Carmustin. Diese können einzeln als Monotherapie oder in einer Kombination als Polychemotherapie angewandt werden. Die Ansprechrate einer Monotherapie liegt in den vorliegenden Studien nicht über 20%, bei Polychemotherapien bis 30%. Die besten Resultate werden mit neuen Kombinationen mit Gewebshormonen (Interferon, Interleukin-2, Tumornekrosefaktor) erzielt, man spricht dann von sogenannten Chemoimmuntherapien. Die Ansprechraten können damit erhöht werden, jedoch scheint die Überlebenszeit dadurch nicht verlängert zu werden. Die Forscher arbeiten intensiv an neuen Behandlungsmöglichkeiten. Im Gegensatz zu den klassischen Chemotherapien sind es meist zielgerichtete Therapien. Die Medikamente sind für die Behandlung des Melanomes noch nicht zugelassen, Ausnahme in Studien. CTLA-4 Antikörper Tremelimumab Fa. Pfizer, Ipilimumab Fa. BMS/Medarex: keine Überlegenheit gegenüber Standardtherapie MEK1/2 Inhibitoren AZD6244 Fa. AstraZenec: keine Überlegenheit gegenüber Standardtherapie mit Temozolomid Tyrosinkinaseinhibitor Imatinib: Hinweise für Ansprechen bei aktivierender c-Kit Mutation im Melanom (ca. 1% aller Melanome) Proteasominhibitoren Bortezomib (Velcade®) m-TOR-Antagonisten CI-779 (Temsirolimus), RAD001 (Everolimus) Antisense-Moleküle Oblimersen (Genasense®) Farnesyltransferaseinhibitoren 115777 (Tipifarnib)
Hauschild A, DermaUpdate Wiesbaden 2008 |
| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 09. März 2009 um 12:41 Uhr |